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Der Sog der digitalen Transformation

What to do im „German Mittelstand“

What to do im „German Mittelstand“

Der Sog der digitalen Transformation – what to do im „German Mittelstand“

Im Sog der Digitalisierung verändern sich Märkte schneller als je zuvor. Dieser Sog ist so stark, dass er sogar etablierte Unternehmen zerstören kann.

Diese These kursiert aktuell nicht nur in einigen Medien, sondern wird auch in vielen Führungsetagen lebhaft diskutiert. Grundlage ist eine neueStudiedes Global Center for Digital Business Transformation (DBT Center), einer gemeinsamen Initiative von Cisco und dem International Institute of Management Development (IMD) in Lausanne. Das Ergebnis: „Aufgrund der digitalen Transformation werden sich schätzungsweise 40 Prozent der Unternehmen in jeder der untersuchten Branchen in einem völlig veränderten Wettbewerbsumfeld wiederfinden, und zwar innerhalb der kommenden fünf Jahre.“

Allein wäre diese Info an und für sich keine Breaking News. Dazu muss man sich nur den Aktienkurs vonTeslaanschauen und erkennen welch gigantisches Disruptionspotenzial (neudeutsch für zerstörerische Kraft) diesen neuen Unternehmen zugesprochen werden kann. Und – seien Sie sicher – von diesen Teslas gibt es neben Google, airbnb, amazon [&] Co. bereits einige auf diesem Planeten.

Die wahre News ist, dass trotz der erheblichen Auswirkungen der digitalen Transformation „45 Prozent der Entscheider nicht glauben, dass sie ein Thema für den Vorstand sei“, so die Studie.

Und diese Haltung ist schlicht und einfach eine Katastrophe. Denn der oben angesprochene Sog betrifft produzierende Unternehmen genauso wie Dienstleister. In führenden Maschinenbauunternehmen Deutschlands sucht man bereits nach neuen zukunftsweisenden digitalen Innovationen. Dort weiß man, dass die Wertschöpfung in Zukunft eben nicht allein aus dem Fertigungsverfahren stammen wird, sondern aus IT-basierter Intelligenz in der Maschine, Stichwort Industrie 4.0 und Internet of Things.

Und: Auch kleine und mittlere Unternehmen nähern sich dem Sog, sie sind diesem sogar oftmals viel näher als sie meinen, wie der digitale „Darwinist“ Karl Heinz Landweiß. Für ihn sind selbst Klein- und Kleinstbetriebe wie das Handwerksunternehmen um die Ecke betroffen. Auch der Stammbäcker des Vertrauens: „Wird das in fünf Jahren auch noch derselbe Bäcker sein? Meine Grundthese ist, dass alles, was sich digitalisieren lässt, auch digitalisiert wird. Deshalb müssen sich Unternehmen erstens fragen, ob es für ihre Dienstleistung, ihr Produkt auch eine digitale Form gibt. Und selbst wenn nicht – siehe Brötchen-Beispiel – müssen diese Firmen ihre Position in der Wertschöpfungskette klären und eruieren, wo dort gegebenenfalls ein Bruch entstehen kann. Heute macht ein solcher Handwerksbetrieb etwa mit Wurfzetteln und Anzeigen auf sich aufmerksam. In wenigen Jahren kommt derjenige Bäcker bei Ihnen zum Zuge, der Sie per Beacons beim Vorbeigehen gezielt anspricht und Ihnen ein sprichwörtlich schmackhaftes Angebot macht.“

Clevere Mittelständler werden deshalb gerade jetzt aktiv, und zwar nicht nur in Produktion und Vertrieb, sondern auch in Marketing und Kommunikation. Sie testen moderne Marketing-Maßnahmen über Facebook, veröffentlichen Bilder ihrer handwerklichen Erzeugnisse auf Instagram, programmieren eine nutzwertige App und bringen ihre bereits völlig überholte Website endlich auf Vordermann.

Wie sagt es mein geschätzter Freund und Transformations-Guru Prof. KlemensSkibickiimmer: Es gibt „Wollende“ der Digitalen Transformation und eben Verweigerer. Es wird Zeit, dass es mehr Wollende gibt. Dringend.

Gastautor Sven Hansel, IT- und Wirtschaftsjournalist

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